Bildwerke
Sichtbar gemacht
Die Identität Berlins steht im Nikolaiviertel im Mittelpunkt. Heute ist das Quartier natürlich auch Zeugnis seines eigenen Wiederaufbaus und der Geschichte der DDR. So sind die Bildwerke und Verzierungen, welche die Fassaden schmücken, Bauten ergänzen, Gassen und Plätze bereichern, nicht nur eine Reminiszenz an längst vergangene Jahrhunderte. Vielfach finden sich auch Erinnerungsstücke an und aus der jüngeren Stadtgeschichte.
In diese letztgenannte Kategorie fallen z. B. Gerhard Thiemes Friedenstaube und der Titel „Stadt des Friedens“, der dem östlichen Berlin vom (sozialistischen) Weltrat verliehen wurde sowie ein langer und detailreicher Fries, welcher sich von der Rathausstraße in die Poststraße zieht und sich dort beiderseits des historischen Lesser & Hardt-Hauses (1907) fortsetzt. Stilistisch und zeitlich knüpft Thieme an das Terrakotta-Relief zur Geschichte Berlins und Brandenburgs an, welches am Roten Rathaus die Zeit vom 12. Jahrhundert bis 1871 darstellt. Der Fries schreibt diese Bildergeschichte aus sozialistischer Perspektive bis in die jüngste Vergangenheit fort – ein Band aus Bildern und für Entdecker.
Von zentraler Bedeutung und daher auch an zentralem Ort sind das große „Stadtsiegel“ und der „Wappenbrunnen“ an der Nikolaikirche, die beide an die Gründung Berlins erinnern. Ebenso wie die Bronzearbeiten „Berliner Originale“ (Am Nussbaum) und der „Leierkastenmann“ (in der Poststraße) sind auch sie von Gerhard Thieme gestaltet worden.
Durch Detailreichtum und Lebenstreue beeindruckt auch das fabelhafte St. Georgs-Denkmal am Spreeufer. Die dramatische Kampfszene mit Pferd und Drachen ist das meistfotografierte Bildwerk des Viertels. Der wertvollen Plastik von Kiss und ihrer lesenswerten Geschichte ist eine eigene Tafel des historischen Pfades gewidmet.
Alles Vorgenannte ist hier jedoch nur stellvertretend für die Vielzahl weiterer Skulpturen, Denkmäler, Hauszeichen und -figuren sowie die Gedenktafeln aus Bronze erwähnt, die man im Viertel entdecken kann. Denn nirgendwo sonst ist die Berlingeschichte so umfassend präsent und nirgendwo so lang wie am Ort der ersten Stunde – dem Nikolaiviertel.
Wenn Ihnen das nicht reicht oder das Wetter nicht danach ist, so können Sie eine Entdeckungsreise an den Mittelpunkt Berlins und die Betrachtung von Bildwerken natürlich auch nach drinnen in die Museen verlegen.
